Nigeria.

Viele warnen davor, in das Land zu reisen.
Dort, wo ich entlang geradelt bin, war es wunderbar:
die Menschen ausgesprochen hilfsbereit und freundlich,
die Landschaften ein wenig verwegen und doch herrlich.

 

Impressionen aus Nigeria

 

 


09. April 2009

Überquere gegen 13 Uhr die Grenze nach Nigeria. Kurz darauf überspringt mein Kilometerzähler die Marke von 13-tausend.
Nigeria ist das 13. afrikanische Land auf meiner Reise.
Aber ich werde mich von der Zahl 13 nicht in den Aberglauben treiben lassen.
Es wird schon alles gut gehen...

 


 

10. April 2009


Paul
erklärt mir den Weg nach Iseyin und holt mich wenig später mit seinem Motorrad ein, um sicher zu stellen, dass ich auch wirklich auf dem richtigen Weg bin.

 

 


 

13. April 2009, Ostermontag


Samuel
handelt für mich in Ado Ekiti auf der Straße beim Geld-Umtausch einen besseren Kurs aus als den, den ich wenige Tage zuvor im Internet recherchiert hatte.

 

 


 


14. April 2009


Ambrose
hilft mir dabei, die herausgefallene Spannschraube meines Brooks-Ledersattels wieder zusammenzusetzten, unter den Augen von rund 50 schaulustigen Kindern. Als es vollbracht ist, strahlt er mich an, zieht sich zurück und nimmt seine kleine Tochter auf den Arm.

 

 

 


 

15. April 2009


Eine letzte Begegnung mit dem Niger
Vor über 3 Monaten hatte ich ihn zum ersten Mal überquert, damals noch in Guinea. Später, in Mali, tuckerte ich mit einer Pinasse über den Fluss nach Timbuktu. Jetzt also Abschied. Da kommt ernsthaft ein wenig Wehmut auf.

 

 


 

 

17. April 2009


„Mama Ikem“ mit Familie.
An ihrer Straßenbude legte ich eine kurze Pause ein und schüttete einen Liter Wasser in mich hinein. Dabei ging sie mich frech an und fragte, was ich denn in meinen großen Taschen aus Deutschland für sie mitgebracht habe. Als ich dagegen hielt, was sie denn für mich habe, da lachte sie nur. Als ich aber das Wasser bezahlen wollte, schüttelte sie den Kopf: Nein, das sei von ihr für mich!

 

19. April 2009
Erreiche die Hafenstadt Calabar.
Gewalt-Kriminalität, Raubüberfälle, Entführungen...
All das mag es in Nigeria geben – ich blieb davon verschont.
Vielleicht lag es dran, dass ich Großstädte wie Lagos mied und das vermeintlich gefährliche Nigerdelta umfuhr. Vielleicht hatte ich einfach Glück. Oder die Verbrecher sagten sich, dass so ein kleiner Radfahrer die Mühe nicht wert ist. Vielleicht sorgten aber auch die zahllosen Polizei- und Militärposten für die nötige Sicherheit. Nirgendwo sonst (nicht in der Westsahara und nicht in Sierra Leone) kam ich an so vielen Kontroll-Posten vorbei wie in Nigeria. Ich habe irgendwann aufgehört, sie zu zählen, aber ich schätze, es waren rund 50, im Durchschnitt also alle 20 Kilometer einer. Außerdem wurde ich fünf Mal von Offizieren der Geheimpolizei angehalten und ausgequetscht.